Datumsproblem 1.1.2000

Die Softwareschmiede Microsoft behaupteten bisher, dass die Benutzer von Windows 95 und Windows NT nichts zu befürchten hätten, vor wenigen Tagen mussten sie jedoch kleinlaut einräumen, dass sich in den Programmen tatsächlich Schwierigkeiten mit dem Datumswechsel verbergen.

Überhaupt operieren Computerbesitzer mit einer ganzen Palette von Fehlermöglichkeiten. Einzelne Programme können den Dienst ebenso verweigern wie der Computer selbst. Fehlerquellen wurden bereits in Grafik- und Soundkarten, Modems und sogar Druckern ausgemacht. Sicherheitskopien - hier sind sich die Experten einig - werden am 31.12.1999 zum absoluten MUSS.

Dabei geht es doch nur um zwei Nullen, aber ältere Computerprogramme - und damit die Mehrheit - sind so konzipiert, dass sie eine Jahreszahl mit zwei Zahlen abkürzen. Aus 1998 wird also 98, aus dem Jahr 2000 eben 00 - und das wollen die Computer nicht verstehen. Etwa dann, wenn's um die Stromversorgung geht. Bei einer Simulation des Computers der Stadtwerke Hannover geschah folgendes:
120 Sekunden nach der simulierten Jahrtausendwende meldete der Computer "external clock down", er konnte das Zeitsignal nicht mehr erkennen. Im Ernstfall hätte der Computer nicht mehr aufgestartet werden können. Dreizehn Minuten später stieg der Rechner des Archivsystems aus. In der Realität könnte dies Millionen kosten, denn über das Archivsystem wird protokolliert, wieviel Strom die Stadtwerke von wem einkaufen und zu welchem Preis.

Das Ungemütliche: Wo, wann und wie Rechenfehler zuschlagen werden, weiss heute kein Mensch genau. Testberichte strotzen nur so vor widersprüchlichen Angaben. Experten warnen sogar davor, sich während des Jahrtausendwechsels in ein Flugzeug zu setzten - die Stromversorgung für die Luftkontrolle könnte ausfallen oder, noch schlimmer, die internen Bordcomputer ihren Geist aufgeben.

Doch auch an anderer Stelle harrt Ungemach - nämlich überall dort, wo Private mit datumsrelevanten Angaben eine "Schnittstelle" zu Firmen, Institutionen und öffentlichen Verwaltungen besitzen. Beispiel: Der Sohn wurde 1995 geboren. Die meisten Computerprogramme berechnen sein Alter so: Heutige Jahreszahl 98 minus Geburtsjahr 95 ergibt ein Alter von 3 Jahren. Dieselbe Rechnung im Jahr 2000: 00 - 95 =-95. Da negative Zahlen in positive umgewandelt werden, darf der Dreikäsehoch plötzlich seine AHV beziehen oder muss der Krankenkasse saftige Prämien nachzahlen. Oder die Oma, die 1906 zur Welt kam, wird im Jahr 2000 durch den Jungbrunnen geschickt und ist plötzlich sechs Jahre alt (00 - 06 =-6 = 6) und soll den Kindergarten besuchen....

 

Jahr 2000 – Problematik

Viele PC-Anwender fragen sich, nach zahlreichen Berichten in der Presse, ob ihr System nun im Jahr 2000 noch einwandfrei funktionieren werde. Hier ein kleiner Ratgeber:

Sie arbeiten mit Windows 3.11 oder älter: Ihr Betriebssystem muss vor dem Jahreswechsel ins Jahr 2000 mit speziellen Treibern nachgerüstet werden. Diese Treiber können direkt aus dem Internet kopiert werden (z.B. aus www.microsoft.com). Als Alternative könnten Sie Ihren Computer mit Windows 95 nachrüsten.

Sie arbeiten mit MS-DOS-Applikationen: Hier ist eine genaue Abklärung mit dem Hersteller Ihres Programmes notwendig. (Abacus, Audatex, Fibu, Norton, MS-Word 5.0, Excel 2.0). Bei den Programmen DENT-90 und PEX ist der Betrieb im Jahr 2000 kein Problem, wenn die Software auf einem PC der neueren Generation betrieben wird. Vorsicht ist geboten bei Datensicherungsprogrammen die unter MS-DOS betrieben werden. Es dürfte zum Teil schwierig werden, konkrete Informationen oder neuere Treiber von Herstellerseite für ältere Versionen zu bekommen.

Sie arbeiten mit UNIX, SINIX, Novell, OS2, LINUX oder anderen Betriebssystemen: Ältere Versionen dieser Betriebssysteme müssen nachgerüstet werden. Im speziellen muss auf Zusatztreiber geachtet werden, die zum Beispiel Bandsicherungsgeräte und andere Peripherials im Netzwerkbetrieb ansteuern. Auf jeden Fall muss diesbezüglich Kontakt mit der Lieferfirma aufgenommen werden.

Sie arbeiten mit einem PC des Types 8088, 286, 386, 486: Bei den meisten Modellen dieser Serien ist das BIOS nicht für das Jahr 2000 programmiert. Ein Nachrüsten lohnt sich hier nicht. Viele Fehler sind dann möglich, so zum Beispiel fehlerhafte Rechenoperationen, falsche Datumsanzeige, fehlerhafte Dateiablage aufgrund des falschen Datums und vieles mehr. Auf einige Fehler wird erst aufgrund derer Erscheinung aufmerksam gemacht werden können.

Sie arbeiten mit einem PC des Types Pentium 586: Hardwareseitig sind Sie gut gerüstet für das Jahr 2000. Es sollten beim Betrieb mit einem neueren Betriebssystem wie Windows 95 oder Windows NT keine Probleme auftreten, sofern Sie nicht mit älteren MS-DOS Applikationen arbeiten.

Sie arbeiten mit Windows 95 oder Windows NT: Von der Seite des Betriebssystems sind bis anhin keine nennenswerten Probleme bekannt. Microsoft garantiert für den fehlerfreien Betrieb der neuen Betriebssysteme bis ins Jahr 26’700 (!).

Einzig dann wenn Sie auf der Oberfläche des Win95 / WinNT mit alten MS-DOS-Applikationen wie oben erwähnt arbeiten, sind Probleme möglich, bzw. wahrscheinlich. Auch hier muss mit einer Fachperson Kontakt aufgenommen werden.