Vandalismus am PC


Den Benutzern reisst der Geduldsfaden. Wenns nicht läuft, wird zugeschlagen: die Gewalt gegen Computer nimmt zu.

Der Videoclip, kaum 30 Sekunden lang und 400 Kilobyte schwer, ist im Internet ein Klassiker. Ein Mann im Kabäuschen eines Grossraumbüros, der PC streikt, der Mann schlägt auf den Monitor, dann auf die Tastatur, packt sie schliesslich und drischt auf den Monitor ein, bis der auf den Boden knallt.

Solche Reaktionen sind offenbar nicht aussergewöhnlich. Einer weltweit durchgeführten Umfrage des US-Marktforschungs-Unternehmens Concord Communications zufolge haben schon 83 Prozent der befragten 150 Computerbeauftragten in ihrem Unternehmen erlebt, wie Probleme am PC in Wutausbrüche oder sogar tätliche Übergriffe ausarteten. Eingeschlagene Monitore, zerstörte Tastaturen und an der Wand zerschellte Mäuse sind keine Seltenheit, wenn sich Ladezeiten in die Länge ziehen oder sich der PC plötzlich aufhängt. Der beliebteste Blitzableiter ist dabei die Tastatur: 19 Prozent der Manager haben Tätlichkeiten gegen die Konsole bereits erlebt. 17 Prozent beklagen demolierte Bildschirme und ebenfalls 17 Prozent zerdepperte Mäuse. Immerhin 4 Prozent berichten von Tritten gegen den PC. Laut Concord Communications nimmt Gewalt gegen Hardware zu. Psychologen vergleichen die aggressiven PC-Anwender mit Autofahrern, die dem Frust mit Drängeln, dicht Auffahren oder Lichthupen Luft machen. Allerdings kämen Autofahrer wohl nie auf die Idee, gegen ihr Fahrzeug tätlich zu werden.

Doch nicht immer ist der Computer schuld. Die Befragung zeigt, dass viele Anwender auch in Wut geraten, wenn der PC nicht das tut, was sie wollen – sogar wenn sie selbst die Ursache des Fehlers sind. So schildert die Umfrage einen Fall, wonach sich ein Anwender über sein E-Mail-Programm ärgerte, weil es nichts abschickte. Bei näherem Hinsehen stellte sich heraus, dass der Anwender im Empfängerfeld fein säuberlich Name, Strasse und Ort eingetragen hatte, statt der E-Mail-Adresse.