Ausbildung zum Informatiker


Die beiden Bildungsinstitute Akad und Digicomp spannen zusammen, um Informatik-Lehrgänge anzubieten.

In der Schweiz herrscht nach wie vor ein Mangel an qualifizierten Informatikern. Schätzungsweise zwischen 10'000 und 20'000 Fachkräfte fehlen in diesem Bereich. Und dies, obwohl sich nebst einem Informatikstudium an einer ETH oder Universität seit gut einem Jahr zwei weitere Lehrgänge anbieten. Zum einen ist dies die vierjährige Informatiklehre für Jugendliche mit Sekundarschulabschluss. Sie zielt primär auf den praktischen Bereich in Richtung Unterhalt und Programmierung. Zum anderen ist dies ein Informatikstudium auf Fachhochschulebene (FH).

Doch sowohl die Informatiklehre als auch das Fachhochschulstudium können die aktuelle Nachfrage nicht decken. Erstere findet zwar regen Zulauf, aber es fehlen Lehrstellen. Und Fachhochschulen als Vollzeit-Ausbildungsstätten werden den Bedürfnissen bereits Berufstätiger oft nicht gerecht oder sind ausgebucht.

In dieser Situation haben sich zwei renommierte Bildungsinstitute zusammengetan, die Akad, vor allem durch die Fernmatura bekannt geworden, und die Digicomp, eine der grössten Informatikschulen der Schweiz. In Kooperation bieten sie sowohl eine Informatiklehre als auch ein Wirtschaftsinformatik-Studium FH an. Damit wollen die beiden Schulen auch mithelfen, das Bildungsangebot im Informatikbereich zu erweitern und möglichst neue Leute für eine Informatikausbildung zu gewinnen. Da es sich hierbei aber um ein privates Angebot handelt, liegen die Semestergebühren einiges höher als bei einer öffentlichen Schule.

Dass die beiden Unternehmen überhaupt ein Fachhochschulstudium anbieten können, hängt auch damit zusammen, dass die Akad als Teil der Fachhochschule Aargau offiziell auf dieser Ausbildungsstufe anerkannt ist. Das berufsbegleitende Studium setzt auf die klassische Fernstudiummethode der Akad, ergänzt durch obligatorische Seminare. Der betriebswirtschaftliche Teil wird dabei von der Akad durchgeführt, der Informatikteil von der Digicomp.

Für die Informatiklehre zeigen sich die Digicomp und die Minerva zuständig, ein Tochterunternehmen der Akad. Der erste Durchgang der vierjährigen Lehre, mit vorerst einer Klasse, startete nach den Sommerferien. Die Lehre wird dabei im Vollzeitunterricht durchgeführt, unterbrochen von einem eineinhalbjährigen Praktikum.